Evoloop Communication | Content Marketing: Was Marketer von Museumskuratoren lernen können
584
post-template-default,single,single-post,postid-584,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,wpb-js-composer js-comp-ver-6.0.5,vc_responsive

Content Marketing: Was Marketer von Museumskuratoren lernen können

Content Marketing: Was Marketer von Museumskuratoren lernen können

Das Zusammenstellen und Präsentieren ausgewählter Inhalte gehört zu den nachhaltig erfolgreichen Strategien im Internet und gewinnt auch im Marketing immer mehr an Bedeutung. Wir erklären in diesem Beitrag das Konzept der “Content Curation” und zeigen gute Beispiele für das Veröffentlichen fremder Inhalte.

Inflation der Inhalte

Es ist wie mit frisch gedrucktem Geld: Wir haben eine Inflation der Inhalte, eine Flut Suchmaschinen-optimierter Nichtigkeiten, getrieben vom (auch weiterhin gültigen) Marketing-Dogma “Content is King”. Jetzt, wo wir sofort veröffentlichen, automatisiert und ohne nennenswerten Aufwand die eigenen Texte in hundertfacher Ausführung verbreiten können, sinkt konsequenterweise die Bedeutung und damit die Resonanz der einzelnen Veröffentlichung. Die Messlatte für Wahrnehmung wird immer höher aufgehangen, was den Aufwand für die Erstellung von “Inhalten mit Resonanz” in schwindelnde Höhen steigen lässt.

Wenden wir doch einmal den Blick von dem vermeintlich unvermeidlichen Abgrund, der Furcht vor dem Absaufen der eigenen Schöpfungen im Zuge der globalen Content-Erwärmung, denn es tun sich zugleich bemerkenswerte Chancen für Positionierung und Marketing auf. Chancen, die neu klingen und es (wieder einmal) überhaupt nicht sind. Die Devise heißt zusammengefasst: Lernen von den Museumskuratoren. In Marketing-Sprache übersetzt heißt das: ‘Content Curation’.

Was kann Marketing von einem Museum lernen?

So abwegig das zunächst klingt, muss man doch anerkennen, das Museen keine rein statischen Ansammlungen von Gegenständen sind, sondern auch einen gewissen Anteil an Dynamik besitzen: temporäre Ausstellungen und weltweit einzigartige Zusammenstellungen sorgen für PR und neue Besucher. Je nach langfristiger Strategie kann sich ein Museum einen Ruf erarbeiten und eine eigene Positionierung überregional bis global erreichen, die nicht nur in Fachkreisen, sondern auch bei dem ganz normalen Publikum wahrgenommen wird.[quote]Die Rolle des Kurators ist vor diesem Hintergrund essenziell. Er erschafft nicht, er stellt zusammen. Die Zusammenstellung ist sein Beitrag, und durch diesen Beitrag entstehen magische Dinge. [/quote]

Eine große Chance für Marketer

Die Positionierung als ‘Thought-Leader’ in einem bestimmten Marktsegment erfordert also nicht zwingend eigene Beiträge, sondern kann durch das Herausfiltern und Präsentieren von hochgradig relevanten und ‘nahrhaften’ Inhalten geschehen. Wärend Künstler wie auch Publisher es immer schwerer haben, ihre Werke aufmerksamkeitsstark zu platzieren, steigt im Gegenzug die Bedeutung derjenigen, die wertvolle Inhalte aus dem Informations-Ozean fischen und gut aufbereitet veröffentlichen. Erste Plattformen erkennen hier sogar schon einen kommerziell nutzbaren Weg durch Abo-Modelle.

Stellen Sie sich vor, Sie würden sich über einen Newsletter freuen!?!

www.linkedin.com/today Ein großartiges Beispiel, wie die Empfehlungen von Mitgliedern in die Aggregation von Inhalten einfließen können. Hier werden Geschichten zusammengestellt, die zunächst einmal schon durch zahlreiche Erwähnungen von Anwendern gewissermaßen ‘empfohlen’ wurden. Dabei kann LinkedIn sehr wohl erkennen, WER empfiehlt, und somit dem Manager von IBM eine gewisse Kompetenz unterstellen, wenn es um die Empfehlung technisch ausgerichteter Stories geht. Als Abonnent kann ich aus zahllosen Kanälen die auswählen, die mir im wöchentlichen ‘Digest’ zugeschickt werden.

hunch.com Sehr viel weiter geht mein persönlicher Lieblingsdienst, Hunch, der nicht fragt, sondern aufgrund meiner Bewertungen und meines Klickverhaltens die nächsten Empfehlungen auswählt und mir wöchentlich in Form einer hübschen Liste wirklich ausgefallene Beiträge präsentiert. Die Qualität ist für einen automatisierten Dienst bemerkenswert.

cmo.com Adobe positioniert sich mit diesem Dienst auf der Ebene der Marketing-Entscheider und unterstützt damit die Ambitionen, nicht länger ‘nur’ als Anbieter von Software für Kreative, sondern auch mit seinen Lösungen für Online Marketer wahrgenommen zu werden. Die Auswahl wird auch hier in einem wöchentlichen Report versendet, und die Zielgruppe ist schon im Namen klar umrissen: Chief Marketing Officer.

www.huffingtonpost.com Paradebeispiel für enorme Reichweite durch Aggregation journalistischer Medien. Die Publikation wurde 2011 für 315 Mio USD verkauft, ein Wert der entstanden ist, ohne dass je die Produktion eigener Inhalte im Vordergrund stand (was sich inzwischen aber geändert hat).

Übrigens: Die Rolle des E-Mail-Marketing ist von größter Bedeutung für diese Modelle. Gedanken über die Verbreitung an einen ausgewählten Empfängerkreis sollten in die Strategie unbedingt mit einbezogen werden.

4Comments
  • Evets Kaisor/ 04.01.2012Antworten

    Fur mich ist dies ein Irrglaube. Erstens entstehen dadurch Netze im Netz die andere und damit sich selbst immer wieder neu klonen. Dabei wird natürlich, wie vom Author herausgefunden jeglicher Kontent immer weiter unbrauchbar. Das einzige was es wirklich fordert ist die Unfähigkeit von Suchmaschienen den jeweiligen Kontent wirklich zu bewerten. Wer ist Urheber wer kriegt wirklich die Punkt.

    Das Stichwort ist doppelter Kontent und das geistige Eigentum. Ich finde ständig irgendwelche Kopien meiner Seiten und werde diese auch immer wieder anzeigen.

    Ihre Idee kann nur funktionieren mit dem CannonicalTag und das macht Ihre Arbeit jedoch unbrauchbar. Auch wenn die Menschen Ihre Zusammenstellung nutzen und diese aus deren Sicht einen Nutzen hat. Durch Cannonical wird bei Suchresultaten eher der wahre Author ganz oben landen.

    Zweitens hinkt Ihr Besipiel mit den Museen. Jedes Ausstellungstuck gibt es nur einmal. Alles andere sind Kopien die vom Besitzer aus in Auftrag gegeben werden mussen. Sonst wäre das eine Straftat.

    Und Drittens um den Kreis zu schliessen, hat Google vor Jahren schon gesagt das ein Drittel des Internets eine Kopie eines anderen Drittels ist. Und Sie als SEO finden es gut das dies ansteigt. Schade

    • Tim Adams/ 04.01.2012Antworten

      Danke für Ihren ausführlichen Kommentar! Ich bin ebenfalls der Meinung, dass das Klonen von Content (meines Wissens auch als „Content Scraping“ bekannt) eine Unart ist, die Google zu Recht im letzten Jahr entschlossener und erfolgreicher denn je bekämpft hat. Als Autor werden Sie in diesem Zusammenhang die Neuerungen rund um den Nachweis der Autorschaft interessieren, durch den Google zum originalen Content sogar das Profilbild anzeigen kann, s. http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=de&answer=1408986 (wenn man denn ein Google Profil angelegt hat). Ich muss gestehen, dass ich mich selbst noch gar nicht darum gekümmert habe, aber das werde sicher ich bald nachholen..!

      Das Konzept der Content Curation ist übrigens gar kein SEO-Ansatz, im Gegenteil: denken Sie nur an Twitter, für mich die elementarste Form der Kuration: ich kann über Twitter auf gute und interessante Inhalte verweisen, und die Qualität meiner Auswahl überzeugt andere, mir zu folgen. Ganz einfach, weil ich eine gute Spürnase und einen erkennbaren Fokus auf ein Thema habe, das Andere interessiert. Damit schenke ich dem Erzeuger des Originals Verbreitung (und Traffic), und das ist ganz im Sinne des Autors. Content Curation soll nicht replizieren, sondern ‚präsentieren‘, gf. ‚anteasern‘ und dies idealerweise so, dass man auf direktem Wege von der Sammlung zum Original gelangt. Hier unterscheidet sich die Arbeit in der Tat fundamental vom Kurator des Museums, der die Originale anfordern, oder – wie in der Tutanchamun-Ausstellung geschehen – Replikate mit offizieller Genehmigung produzieren musste.

      Das Bild des Museumskurators ist aus technischer Sicht natürlich falsch, andererseits gibt es konzeptionelle Gemeinsamkeiten, denn oft werden für bestimmte Ausstellungen Originale aus aller Welt zusammengestellt – und nach der Ausstellung zurückgebracht. Mit anderen Worten: Besucher der Ausstellung wissen, wessen Eigentum die Stücke sind, und können der Spur zum Eigentümer auch folgen. Ist halt nur teuer, wegen der Reisekosten ;-) Der Wert liegt in beiden Fallen in der besonderen Zusammenstellung, der den Besuchern neue Sichtweisen erschließt und dabei viel Mühe (Reisekosten vs. Internet-Recherche) erspart.

      Wenn Sie sich die Seite cmo.com anschauen, werden Sie feststellen, dass die originalen Inhalte auf der Seite selbst nur kurz angerissen werden. Klickt man auf „Full Story“, öffnet sich ein Fenster mit der kompletten Website des Autors, so dass ich zu jeder Zeit weiß, wer die Quelle ist. So verstehe ich Content Curation – auf keinen Fall möchte ich hier Werbung für das Klonen oder Guttenberg’sches Zitieren machen :-)

Leave a Comment

  • trance

  • techno

  • synth-pop

  • soundtrack

  • smooth-jazz

  • rock

  • rap

  • r-b

  • psychedelic

  • pop-rock

  • pop

  • new-age

  • musicians

  • metal

  • melodic-metal

  • lounge

  • jazz-funk

  • jazz

  • index.php

  • house

  • hip-hop

  • heavy-metal

  • hard-rock

  • get.php

  • electronic

  • dubstep

  • drumbass

  • downtempo

  • disco

  • country

  • clubdance

  • classical

  • chillout

  • chanson

  • breakbeat

  • blues

  • ambient

  • alternative-rock