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Zahnärzte auf dem Land: die Rocky Horror Website Show

Wir schreiben das Jahr 2012 und man müsste meinen, nachdem annähernd 76% der Bevölkerung das Internet nutzen, dass diese Realität auch in den Unternehmen angekommen ist. Zum Beispiel in Zahnarztpraxen. Doch eine von uns durchgeführte Recherche unter 110 Zahnarztpraxen aus Rheinland-Pfalz ergab, dass die Praxen außerhalb der Ballungsgebiete das Internet ähnlich rege nutzen wie ansonsten nur die über 80jährigen.

Die Zahlen im Überblick:

Zahnarztpraxen im Internet 2012 - Rheinland-Pfalz, ländlicher Raum

Zahnarztpraxen im Internet 2012 – Rheinland-Pfalz, ländlicher Raum

Von den 110 untersuchten Zahnarztpraxen verfügten

  • lediglich 30 über eine eigene Website
  • 4 hatten eine inaktive Facebook-Seite (ohne Inhalte)
  • 1 hatte eine gepflegte Facebook Seite

Damit sind in diesem Beispiel knapp 70% der Praxen ohne jegliche eigene Präsenz im Internet, auch wenn durchaus Telefonnummern und Adressen der Praxen über Branchenportale wie pointoo, gelbeseiten u.a. zu finden sind. Doch kommt es noch schlimmer, wenn man die vorhandenen Seiten nach technischen, inhaltlichen und ästhetischen Gesichtspunkten bewertet. Nur rund 13 Praxen aus der Gruppe besitzen einen Auftritt, den man als zeitgemäß bezeichnen könnte. Die übrigen Praxen verfügen über Internetseiten, die eher noch mehr Schaden anrichten, als wenn es gar keinen Auftritt gäbe. Ein paar Screenshots zur Verdeutlichung:

Verschlafen die Praxen ihre Zukunft?

Die Frage ist nun: Riskieren die Praxen auf Dauer ihren Fortbestand, oder spielt das Internet im ländlichen Raum wirklich keine Rolle?

Die häufigsten Gegenargumente:

  • “Warum auch? Alle Patienten kennen uns hier”. Es ist in der Tat nicht so, als würde der Patientenstamm wegbrechen, nur weil die Praxis keine Internetseite hat. Je weniger Einwohner im Einzugsbereich leben, desto unsinniger erscheint dem Praxisinhaber die Investition. Diese Situation verändert sich erst, wenn sich Konkurrenz in der Nähe einrichtet. Denn wenn Patienten die Wahl haben, fangen sie an, das Internet als Entscheidungshilfe zu nutzen, bevor sie anrufen. Dann wird es brenzlig.
  • Man kann unsere Telefonnummer problemlos über gelbeseiten.de u.a. finden. Mehr braucht man nicht! Wer den Namen des Zahnarztes und den Ort oder seinen Beruf eingibt, bekommt in der Tat von diversen Branchenportalen den Eintrag der Praxis serviert. Das funktionierte bei allen 110 hier untersuchten Praxen, und damit ist die Pflicht erfüllt, Adresse und Telefonnummer auffindbar. Doch sehr häufig sind potenzielle Neupatienten außerhalb der Sprechzeiten im Netz unterwegs. Und gehen dann ganz schnell weiter zum nächsten Zahnarzt – mit Internetpräsenz und Kontaktformular.
  • Wir werden von unseren Patienten persönlich empfohlen – da brauchen wir kein Internet und auch kein Social Media. Empfehlungen sind natürlich vor allem in kleineren Städten und auf dem Land die wichtigste Quelle für neue Patienten. Anders als in Großstädten scheinen sich hier die Leute tatsächlich auch mal offline miteinander zu unterhalten und sich auszutauschen. Trotzdem möchte sich jeder auch ein eigenes Bild von der Praxis machen, bevor er oder sie den Termin macht. Also entweder im Bekanntenkreis weiter herumfragen, oder ins Internet. Welcher Weg ist komfortabler?

 Auf der anderen Seite gibt es auch eine Menge verpasster Chancen:

  • Website und Facebook erleichtern das Empfehlungsmarketing, insbesondere bei den Patienten unter 40. Immer häufiger möchten Patienten, die eine Empfehlung erhalten, diese mit dem geringst möglichen Aufwand überprüfen (also via Internet), und sich ein eigenes Bild der Praxis machen. Wer seinen Zahnarzt mag, wird ihn dann mit wenig Aufwand einem großen Kreis empfehlen können.
  • Die informative Website für die Zahnarztpraxis erweitert den Einzugsbereich. Das liegt unter anderem daran, dass die Praxis nicht nur über den Namen gefunden wird, sondern auch über ihre Leistungen. Ein Beispiel ist unser Kunde www.praxis-krammig.de – Die Praxis steht bei nahezu allen Leistungen (in Kombination mit dem Ortsnamen) auf Seite 1 in Google.
  • Eine gute gestaltete Website senkt die Schwelle zur Kontaktaufnahme, insbesondere bei ängstlichen Patienten. Eine schöne Website ist wie ein gut gepflegtes Haus, in das man sehr viel lieber hineingeht, als in eine Bauruine. Hier sei auch mal auf einen Kunden hingewiesen, die Praxis Dr. Burg + Dr. Schmelzer, bei denen sich über das Internet überdurchschnittlich viele Angstpatienten melden.
  • Der Patient steht bei Ihnen im Mittelpunkt? Beweisen Sie es!  Man sollte nicht unterschätzen, wie sehr die Website die Erwartung des Patienten an den Qualitätsanspruch und die Freundlichkeit der Praxis formt. Eine heruntergekommene Seite zeigt, dass der Zahnarzt sich nicht darum kümmert, was der Patient denkt oder fühlt.
  • Den Praxiswert erhalten und erhöhen. Wenn eines Tages der Verkauf der Praxis an einen Nachfolger ansteht, sollten die digitalen Kanäle fest etabliert sein, denn spätestens der Nachfolger wird Wert darauf legen, dass sein Kundenstamm nicht innerhalb der nächsten 10 Jahre auszusterben droht. Denn jüngere, mobile Patienten sind sich nicht zu schade, auch mal 20km weiter zu fahren, wenn sie das Gefühl haben, dass der andere Zahnarzt mehr auf sie eingeht, oder bestimmte Behandlungsformen besser beherrscht.

Das sind nur einige, wichtige Punkte, die Zahnärzte auf dem Land bedenken sollten, bevor sie sich weiterhin enthalten bzw. ihre digitale Bauruine weiter verfallen lassen. Ein Medium zu ignorieren, das praktisch von der gesamten Bevölkerung rege genutzt wird, ist mit jedem weiteren Jahr unverständlicher. Und auch kostspieliger.

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